Wolfram hat von allen Metallen den höchsten Schmelzpunkt und den geringsten Dampfdruck. Die maximale Einsatztemperatur von Wolfram liegt bei etwa 2900 °C (3173 K): Die höchstmögliche Anwendungstemperatur aller Metalle.
Wolfram ist ein ausgezeichneter Werkstoff für die Hochvakuumtechnik. Die kleine thermische Ausdehnung in Verbindung mit seinem hohen Schmelzpunkt und seiner großen Formbeständigkeit machen Wolfram zu einem ausgezeichneten Glas-Einschmelzwerkstoff. Für den Einsatz als Heizleiterwerkstoff im Hochtemperaturofenbau ist der elektrische Widerstand des Wolframs wichtig. Dank seiner hohen Dichte besitzt Wolfram ein hohes Absorptionsvermögen für ionisierende Strahlung.
PLANSEE gehört seit 1921 zu den wichtigsten Produzenten von Wolfram. Wir verfügen über lange Erfahrung in der Herstellung von Wolfram-Legierungen und deren Verarbeitung zu Halbzeug und Fertigprodukten. Durch pulvermetallurgische Verfahren erzielen wir ein sehr feinkörniges Material und schaffen so die Grundlage für eine leichte Verarbeitung und beste mechanische Eigenschaften.
Wolfram: Die Vorteile für den Hochtemperatureinsatz
- hohe Schmelztemperatur (3420°C / 3693 K)
- niedriger Dampfdruck
- ausreichend hoher elektrischer Widerstand
- kleine thermische Ausdehnung in Verbindung mit guter Wärmeleitfähigkeit
- hoher E-Modul
Mechanische Eigenschaften von Wolfram
Wolfram hat bei Raumtemperatur nur eine geringe Duktilität. Diese kann durch Verformen und Legieren gezielt beeinflusst werden. Mit zunehmendem Verformungsgrad steigt die Festigkeit an. Anders als bei anderen Metallen nimmt auch die Duktilität mit dem Verformungsgrad zu. Auch das Legieren mit Rhenium verbessert die Duktilität bei Raumtemperatur. Die Zugabe geringer Mengen von Cer- oder Lanthanoxid verbessert die mechanischen Eigenschaften, vor allem die Kriecheigenschaften, deutlich. Abhängig von den Anforderungen und Einsatzgebieten kommen unterschiedliche Wolframlegierungen zum Einsatz. PLANSEE hat daher verschiedene Wolframlegierungen entwickelt.
Chemische Eigenschaften von Wolfram
Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von unter 60 % ist Wolfram korrosionsbeständig. In feuchterer Luft bilden sich Anlauffarben aus, im Vergleich zu Molybdän aber im geringerem Ausmaß. Rauhe Oberflächen sind anfälliger als glatte. In wässriger Umgebung ist bei Temperaturen über 100 °C (373 K) ist Wolfram unbeständig gegenüber alkalischen und oxidierenden Stoffen. Gegenüber oxidierenden Gasen und Elementen in anderen Aggregatzuständen treten bei Temperaturen über 250 °C (523 K) Reaktionen auf. Glasschmelzen, Wasserstoff, Stickstoff, Edelgase, Metallschmelzen und Oxidkeramiken greifen auch bei sehr hohen Temperaturen Wolfram nur wenig an.
Typische Anwendungsgebiete
Reine und dotierte Wolframwerkstoffe kommen in der Lichtindustrie, Elektroindustrie, Medizintechnik, Dünnschichttechnik, als Schweißelektroden oder im Hochtemperaturofenbau zum Einsatz. Außerdem wird Wolfram als Hauptkomponente für Wolfram-Rhenium-Legierungen, Verbundwerkstoffe (Wolfram-Kupfer) und für Wolfram-Schwermetall-Legierungen mit hoher Dichte (Densimet® und Inermet®) eingesetzt.
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Wolfram kommt in der Natur ähnlich häufig vor (ca. 70g/t durchschnittlicher Gehalt in der Erdrinde) wie Kupfer. Es hat ein kubisch raumzentriertes Gitter und besitzt mit 3420 °C den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle.Als Entdecker des Wolframs gelten die Brüder J.J. und F. Elhuyar, zwei spanische Chemiker, die in Schweden gearbeitet haben. Die heute im Englischen gebräuchliche Bezeichnung Tungsten leitet sich aus dem Schwedischen ab und bedeutet Schwerstein.
Mehr Information zu Wolfram
Sicherheitsdatenblatt Wolfram
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